Zeit-schenk-Geschichten: Es macht Spaß, wenn man sieht, dass man helfen kann.

Erstellt: Mittwoch, 12. Dezember 2018

Herr K. hatte sich letztes Jahr bei uns gemeldet. Im Flyerständer im Hardtwaldzentrum entdeckte er den Flyer der Wohnberatung. Dort unterstützen Ehrenamtliche Menschen, die aufgrund einer Krankheit oder des Alters ihre Wohnung so anpassen möchten, dass ihnen auch mit ihren körperlichen Einschränkungen ein selbständiges Leben möglich ist. So sind die Ehrenamtlichen z.B. dabei, wenn Handwerker kommen, sie begleiten ins Treppenliftzentrum oder sie helfen beim Ein- und Ausräumen der Küche oder des Bades, wenn dort seniorengerecht umgebaut wird.

Herr K. ist ein praktisch veranlagter Mensch. Anderen Menschen zu helfen ist für ihn nicht neu. Herr K. erzählt: „Als Jugendlicher war ich schon aktiv tätig. In den 60er Jahren hatte ich für ältere Personen den Einkauf getätigt oder noch die Kohlen vom Keller getragen, ein- bis zweimal in der Woche. Ein Bekannter aus der Kirchengemeinde sprach mich an, ob ich das von ihm übernehmen wollte und ich machte das gerne. Auch bei schriftliche Angelegenheiten hab ich geholfen. Dies ging dann leider nicht mehr, als ich ins Berufsleben trat. Erst als ich den Beruf aufgegeben habe, wurde ich wieder ehrenamtlich tätig.“

Herr K. konnte aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben. Staatliche Unterstützung half ihm damals, finanziell über die Runden zu kommen. Die Dankbarkeit für diese Hilfe ist für ihn eine der Motivationen, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Ich wollte damit etwas wieder an den Staat zurückgeben für dessen Unterstützung“.

Seine Suche nach einer entsprechenden Tätigkeit führte ihn ins Aktivbüro / Büro für Mitwirkung und Engagement der Stadt Karlsruhe. Er erfuhr, dass der Sozial-Treff88 e.V. händeringend einen Kassenwart suchte. Er erkundigte sich dort, wurde vom Verein aufgenommen und kümmert sich seither um finanzielle, steuerliche und sonstige schriftliche Angelegenheiten. Hier kommen ihm seine Erfahrungen im Beruf entgegen: „Ich habe damals als Selbständiger oft ausländische Menschen zu den Behörden begleitet, um ihnen die Formulare und Regelungen zu erklären. Die Mitarbeiter auf den Ämtern haben ja auch nicht immer Zeit, um alles genau zu erläutern. So hat sich das halt ergeben, dass ich das gerne machte.“

Und genau das übernimmt er nun auch bei den Paritätischen Sozialdiensten. Wenn in den Häusern des Service-Wohnens (eine Form des Betreuten Wohnens) alleinstehende Menschen eingezogen sind, schlecht zu Fuß, unsicher mit Formalitäten, sprang Herr K. schon mehrfach als Begleiter ein. Dabei geht er auch mal zwischendrin im Bürgerbüro vorbei, um Formulare abzuholen oder sich nach alternativen Möglichkeiten für die Senior/innen zu erkundigen.

Denn eins hat er im Laufe seiner Jahre auch aus eigener Erfahrung gelernt: Nicht gleich aufgeben, wenn etwas nicht klappt. „Herausforderungen sind da, dass man sie bewältigt. Viele, die sich nicht auskennen, geben auf und machen nichts. Aber da bin ich eisern. Ich hab mich auch schon mal an den Ombudsmann gewandt und hinterher Recht bekommen.“

Wie sind die Reaktionen auf sein Engagement? „Es macht Spaß, wenn man sieht, dass man helfen kann. Positiv ist mir z.B. beim Sozial-Treff 88 aufgefallen, dass die von uns betreuten Obdachlosen dankbar für unsere Hilfe sind. Des Weiteren war ich überrascht, wieviel Spendenbereitschaft vorhanden ist und auch tatsächlich gespendet wird. Negativ war für mich vor allem die Tatsache, dass es so viele Obdachlose bzw. Wohnsitzlose in Karlsruhe gibt.“ Und wir dürfen sagen, dass die Seniorinnen, für die er bei uns tätig war, immer sehr begeistert von seiner Kompetenz waren. Gerne hätten sie ihn als regelmäßigen Besucher. Aber, nein, das liegt ihm nicht so:

„Ich hab ja Zeit! Nur für Besuche oder Ihre Kaffeerunden, nee, da bin ich nicht der Richtige!“ Ist gut, Herr K. Hauptsache, Sie bleiben uns als gewiefter Papierkrieger erhalten :-)


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Wenn Sie sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren möchten, haben Sie bei den Paritätischen Sozialdiensten verschiedene Möglichkeiten. Information dazu erhalten Sie bei unserer Servicestelle für ehrenamtliches und soziales Engagement, Susanne Butz, Tel. 0721 91230-34, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Einen großen Überblick über das Angebot für Ehrenamtliche in der Stadt Karlsruhe finden Sie bei der Freiwilligenagentur des Büros für Mitwirkung und Engagement der Stadt Karlsruhe: www.karlsruhe.de/b4/buergerengagement/aktivbuero/aktiv-frwagentur.de

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