„Wohnen für Hilfe“ zu Besuch bei Schirmherr Dr. Frank Mentrup

Erstellt: Freitag, 08. September 2017
Der Oberbürgermeister, die Seniorin und der Student und die Geschäftsführer als Gruppenbild mit Dame.
v.l.n.r.: Michael Postert, Geschäftsführer des Studierendenwerks Karlsruhe, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup als Schirmherr von "Wohnen für Hilfe", Frau M., eine der wohnraumgebenden Seniorinnen aus Karlsruhe, Hossein Pazouki, hilfreicher Student sowie Peter Kohm, Geschäftsführer der Paritätischen Sozialdienste Karlsruhe

 

Politische Ereignisse rufen? Selbst in zeitlicher Bedrängnis findet Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup einige Minuten, zwei Wohnpartner des Projekts „Wohnen für Hilfe“ im Rathaus zu begrüßen. Denn als Schirmherr legt er Wert darauf, ein-, zweimal im Jahr über das aktuelle Geschehen informiert zu sein.

Interessiert erkundigt er sich bei der Seniorin, welche Vorteile sie bei dieser Art des gemeinsamen Wohnens sieht. „Ich bleibe jung im Kopf“, antwortet sie spontan. Mit einem jungen Menschen die Wohnung zu teilen, erfordert, flexibel und auch tolerant zu sein. Aber sie liebt Gesellschaft und die geistige Anregung. Seit fünf Jahren vergibt sie deshalb schon ein Zimmer an eine Studentin; die jetzige lebt seit zwei Jahren bei ihr. Die Studentin hilft im Haushalt und bei Fragen zum Computer, dafür zahlt sie nur die Nebenkosten. Da die Studentin aus Albanien stammt, nimmt die resolute Seniorin sie etwas unter ihre Fittiche, hilft bei Behördenfragen, besucht mit ihr Veranstaltungen und nimmt sie auf Ausflüge in die Umgebung mit. Heute Abend geht es z.B. das zweite Mal zu den Schlosslichtspielen.

Über die andere Rolle der Wohnpartnerschaft – die des Studierenden – erfährt der Oberbürgermeister etwas von Hossein Pazouki, Informatikstudent, der gerade seine Masterarbeit begonnen hat. Der Student lebt ebenfalls seit zwei Jahren bei seiner Wohnpartnerin, einer Seniorin, der er regelmäßig im Haushalt und im Garten zur Hand geht. Wenn die Seniorin eine Frage oder ein Problem hat, kann sie ihn jederzeit ansprechen, er erledigt es ganz unkompliziert. Nur bei der Frage „Rasen mähen oder Blümchen wachsen lassen“ sind sie sich ein bisschen uneins. Ansonsten verstehen sie sich sehr gut, auch mit den Söhnen und deren Familien hat er engen Kontakt. Ob er wohl auch nach seinem Studium die Verbindung aufrechterhalten wird, interessiert den Schirmherrn. „Ja natürlich!“ kommt ein strahlendes Nicken zurück.

34 Wohnpartnerschaften laufen aktuell über das Projekt „Wohnen für Hilfe“, einer Kooperation zwischen dem Studierendenwerk Karlsruhe und den Paritätischen Sozialdiensten Karlsruhe. Die Vermittlung erfolgt durch die beiden Koordinatorinnen Stefanie Bienwald und Susanne Butz. Sowohl Studierende als auch interessierte Wohnraumgeber bewerben sich per Fragebogen. Dort werden Wünsche und Vorstellung festgehalten und erleichtern so das mögliche Zusammenführen. Persönliche Gespräche runden das Bild der potentiellen Wohnpartner ab. Die bestehenden Wohnpartnerschaften werden von den Koordinatorinnen begleitet, so dass Fragen und Missverständnisse jederzeit geklärt werden können.

„Wohnen für Hilfe“ vermittelt nicht nur an Seniorinnen und Senioren mit freiem Wohnraum. Auch Familien und Menschen mit Behinderung bieten häufig ein Zimmer gegen Unterstützung im Alltag an. Interessierte Karlsruherinnen und Karlsruher erhalten ausführliche Informationen und Beratung bei

Wohnen für Hilfe
Susanne Butz / Stefanie Bienwald
Kanalweg 40/42
76149 Karlsruhe

Tel.: 0721 912 30 34
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Web: Wohnen für Hilfe
Facebook: facebook.com/wfh.karlsruhe